Die deutsche Schuhindustrie konnte sich im ersten Halbjahr der Krise nicht entziehen.
Vor allem die Exporte litten unter der Schwäche wichtiger ausländischer Märkte. „Während die Umsätze mit Abnehmern im Inland um 6,8% auf 724 Mio. Euro zurückgingen, brachen die Umsätze im Export um 17,7% auf 262 Mio. Euro regelrecht ein“, erklärte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Schuhindustrie (HDS) Manfred Junkert.
Insgesamt verringerten sich die Erlöse der deutschen Schuhindustrie um 10% von 1,09 Mrd. Euro im ersten Halbjahr 2008 auf 986 Mio. Euro in den ersten sechs Monaten diesen Jahres. Besonders betroffen waren die Exporte nach Osteuropa, namentlich Russland, und in die großen EU-Länder.
Schon für das Gesamtjahr 2008 hatte die deutsche Schuhindustrie Umsatzverluste in Höhe von 3,6% hinnehmen müssen – eine Folge der ersten Auswirkungen der globalen Krise im vierten Quartal. Ebenfalls gesunken ist die durchschnittliche Zahl der Betriebe, und zwar von 47 auf 44 im diesem Halbjahr. Zu berücksichtigen ist allerdings, dass das Statistische Bundesamt nur noch Angaben von Betrieben mit mehr als 50 Beschäftigten erhebt und veröffentlicht. Der HDS zählt rund 80 Fertigungsbetriebe – eine Zahl, die seit Jahren konstant ist, so Junkert. Die Zahl der Beschäftigten in Deutschland ist dagegen sogar leicht gestiegen.
„Allgemeine Preiserhöhungen stehen nicht an“, prognostizierte Junkert. Im ersten Halbjahr waren die Verbraucherpreise für Schuhe leicht oberhalb der allgemeinen Preissteigerungsrate gestiegen (+1,7%). Die Herstellungspreise erhöhten sich um 2,4%. 19/09
Peter Skop