Nur sechs Prozent der Schuhhändler erwarten für das zweite Halbjahr 2009 ein Umsatzwachstum, 43 Prozent gehen von stagnierendem Absatz aus und rund die Hälfte befürchtet sinkende Umsätze.
BDSE-Präsidentin Brigitte Wischnewski präsentierte auf der traditionellen Vor-GDS-Pressekonferenz Ergebnisse der jüngsten Umfrage des Bundesverbandes des Deutschen Schuheinzelhandels. Das Geschäftsklima habe sich zwar gebessert, liege aber noch unterhalb des allgemeinen Einzelhandelsklimas.
Angesichts der eher pessimistischen Umsatzprognosen überrascht nicht, dass Maßnahmen zur Kostensenkung ganz oben auf der Prioritätenliste der Händler stehen. Jedes zehnte Unternehmen plant die Senkung der Personalaufwendungen zum Beispiel durch Personalabbau. Gleichzeitig soll aber in das vorhandene Personal investiert werden, zum Beispiel durch verstärkte Schulungen. Jedes vierte bis fünfte Schuhfachgeschäft wird in dieser Orderrunde vorsichtiger und gezielter Ware einkaufen, die Vororderlimits werden zugunsten von Nachkäufen gekürzt. Rund 18 Prozent der Händler wollen ihre Marketinganstrengungen durch ein Mehr an Werbung und Events erhöhen. Jedes zwölfte Unternehmen plant Investitionen baulicher Art. Für 13 Prozent gilt es, Sortiment und Kundenzielgruppe anzupassen, Sortimente zu straffen und die Lieferantenzahl zu reduzieren.
Für das vergangene Halbjahr zog Wischnewski ein insgesamt eher positives Fazit. Der zitierten Umfrage zufolge erzielten nur 28 Prozent der Firmen im ersten Halbjahr höhere Umsätze, 21 Prozent erreichten ein Pari und 51 Prozent hatten nur geringere Erlöse erzielt. Das Geschäft hat sich in den letzten Monaten auf Berg- und Talfahrt befunden. Im Branchenvergleich (gesamter Einzelhandel -2,3%) sei jedoch nur ein Umsatzminus von einem Prozent gegenüber dem Vorjahr herausgekommen. Der Schuhhandel sei somit „recht zufrieden“. Die Wirtschaftskrise habe ihn nicht so stark getroffen wie die übrigen Einzelhandelsbranchen.
Erkauft wurden die einigermaßen akzeptablen Umsätze jedoch mit schon sehr früh einsetzenden Reduzierungen. Folglich waren auch „die Durchschnittsverkaufspreise leicht rückläufig, die Kassenbons niedriger und die Roherträge schwächer“, so Wischnewski. 19/09
Peter Skop