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  • 30.07.2009 | Unternehmen

    Krise in Italien – Managerkarussel in der Luxusbranche

    Die Krise der Luxusindustrie in Italien hat Konsequenzen. Eine Erholung wird erst in der zweiten Jahreshälfte 2010 erwartet.

    Gleich in zwei Luxuskonzernen kam es in den vergangenen Wochen zum Managerwechsel. Das deutsch-italienische Modeunternehmen Jil Sander beförderte CFO Alessandro Cremonesi zum Nachfolger von CEO Gian Giacomo Ferraris. Dieser wechselte zum Mailänder Luxusunternehmen Versace, nachdem Versace-Sanierer Giancarlo Di Risio nicht nur sein Amt als CEO, sondern auch seinen Sitz im Verwaltungsrat aufgegeben hat. Spekuliert wird, dass Di Risio den Chefsessel bei Roberto Cavalli übernehmen könnte. Das Florentiner Modehaus ist dabei, einen Teil seines Imperiums an die Fondsgesellschaft Clessidria zu verkaufen.
    Angeblich flirtet auch Prada-Chef Patrizio Bertelli mit Private-Equity-Unternehmen. Aus dem dreimal verschobenen Prada-Börsengang wird wohl nichts werden, meinte auch der Präsident des Verbandes der Luxusunternehmen (Altagamma), Armando Branchini. Prada versuche, sich die nötigen Finanzmittel über die Finanzinvestoren zu beschaffen.
    Auch bei dem Modekonzern Mariella Burani Fashion Group kam es zum Managerwechsel, nachdem das Unternehmen einen riesigen Schuldenberg angehäuft hatte. Der bisherige CEO Dr. Giovanni Burani wechselt als Präsident zur Burani Designer Group. Er wird am 1. September durch den im Luxusbereich groß gewordenen Manager und ehemaligen CFO der Starwood-Hotelgruppe Gabriele Fontanesi ersetzt. Die MBF-Group hält auch die Kontrolle über die an der Börse notierten Schuh-und Lederwarengruppe Antichi Pelletieri.
    Gewinne schrumpfen
    Die Finanzkrise hat auch den weltweiten Markt der Luxusgüter voll getroffen. 2009 soll der Absatz in Europa um 9% und in den Staaten um 15% sinken. Für die erste Jahreshälfte 2010 erwarten die Altagamma-Experten einen weiteren Rückgang. Der Ebitda (Gewinn vor Steuern und Abschreibungen) der Luxusunternehmen soll im laufenden Jahr um 21% sinken. „Die Hersteller haben immer größere Schwierigkeiten, sich zu finanzieren. Der Trend, dass Private-Equity-Gesellschaften bei Luxusunternehmen einsteigen, nimmt zu“, meinte Branchini im Gespräch mit SchuhMarkt. Vom Nachfragrückgang seien vor allem Luxus-Damenmode und Uhren betroffen.
    Der weltweite Luxusmarkt wurde 2008 auf 175 Mrd. Euro geschätzt. Rund 30% der Produktion und 10% des Verbrauchs entfallen dabei auf Italien. Derzeit haben erst wenige Unternehmen, wie etwa die IT-Holding mit der Luxusmarke Gianfranco Ferré Konkurs angemeldet. Die börsennotierte MBF-Group hat erst kürzlich eine Umstrukturierung ihrer Schulden bekanntgegeben.  16/09

    Dr. Thesy Kness Bastaroli

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