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Ausgabe 16/10

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  • 03.03.2010 | Organisationen

    Italiens Schuhindustrie will Unterstützung

    Anlässlich der traditionellen Micam-Pressekonferenz verwies Anci-Präsident Vito Artioli auf die prekäre Lage, in welcher sich Italiens Schuhindustrie derzeit befinde. Laut den Konjunkturforschern sei die Talsohle jedoch im Februar 2010 durchschritten worden, ab März wird eine zaghafte Trendwende erwartet.

    „Auf der Micam sollen Signale für eine Belebung gesetzt warden“ so Artioli. Er fordert die Regierung auf, der Schuhindustrie durch „Incentives“ unter die Arme zu greifen. „Die ursprünglich versprochenen Finanzhilfen für Investitionen in Innovation wurden in letzter Minute wegen mangelnder Mittel annulliert“, kritisierte Artioli die Regierungspolitik. Zwar habe die Regierung mit dem Gesetzesdekret 135, welches das Etikett „Hunderprozent made in Italy“ einführt, Akzente gesetzt und den Forderungen der Modeverbände nachgegeben. Allerdings seien die Ausführungsbestimmungen noch nicht klar, sodass derzeit die Umsetzung des Gesetzesdekrets auf Schwierigkeiten stoße. Artioli fordert von der zuständige EU-Kommission die Ursprungsbezeichnung „made in …“ zu genehmigen.

    Er sieht es als Erfolg an, dass die EU zumindest die Antidumpingmaßnahmen gegenüber den Billigländern in Asien verlängert habe. „Denn bei durchschnittlichen Produktionskosten von 4,5 Euro pro ein Paar Schuhe, die in China hergestellt werden und von vergleichsweise 30,17 Euro in Italien ist klar von dumping die Rede”.

    Nicht nur die Exporte italienischer Schuhe von wertmäßig minus 17,5% im Vorjahr haben die Bilanz belastet. Auch der Inlandskonsum hat leicht abgenommen. Allerdings sind seit Jahresbeginn wieder leichte Belebungssignale am russischen Markt zu erkennen. Im Vorjahr sind die Schuhlieferungen nach Russland, dem fünftwichtigsten Exportmarkt um 36%, jene in die USA (dem drittwichtigsten Exportmarkt) um 27% gesunken.

    Vor allem der Exporteinbruch nach Deutschland (-16%), dem nach Frankreich zweitwichtigsten ausländischen Absatzmarkt macht den italienischen Unternehmen zu schaffen. Hier sind keine Besserungsanzeichen in Sicht. Denn die Auftragsrückgänge aus Deutschland machten im vierten Quartal 2009 laut den Anci-Erhebungen weitere 14% aus. Einzig die Exporte nach Japan konnten 2009 leicht zulegen. Der Rückgang der Importe fiel mit mengenmäßig 12% und wertmäßig 2,8% wesentlich geringer aus als das Exportloch.

    Laut den Anci-Experten haben die 6028 italienischen Schuhfirmen im Vorjahr mengenmäßig 13% und wertmäßig 12,5% weniger produziert als 2008. Die Preise haben sich nur um 0,5% erhöht und sollen im ersten Halbjahr 2010 auf dem Vorjahresniveau stagnieren. Die Produktionskapazitäten waren zu 71% ausgelastet. Schwachpunkte der italienischen Schuhindustrie sind auch die Zahlungsverzögerungen der Kunden und die zahlreichen Schließungen auf der Lieferantenfront. Insgesamt haben im Vorjahr 235 Schuhunternehmen ihre Pforten geschlossen. Die Anzahl der gesamten, in der Schuhindustrie beschäftigten Arbeitnehmer sank um 3000 Mitarbeiter auf 82907 Beschäftigte.

    Siehe auch:

    Ende der Talfahrt für Italiens Schuhindustrie

    Thesy Kness Bastaroli

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