„Ich bin kein Polizist, aber wenn ich Illegales sehe, dann setze ich alle Mittel ein, um dies zu verhindern.” Der Direktor von Acrib, des Fachverbandes der Luxusschuhhersteller von Brenta (Nordostitalien), Giampiero Menegazzo, will Preis-Dumping von chinesischen „Schuh-Laboratorien“ verhindern.
Mit den Gewerkschaftsverbänden Cgil und Cisl, dem Handwerksfachverband von Padua und dem Unternehmerverband Venezia wurden nun Regeln aufgestellt, um Schwarzarbeit und sinkende Reallöhne zu verhindern. Es geht ums Geld: Im vergangenen Jahr hat sich der Umsatz der 700 ansässigen Schuhfirmen um 15 Prozent verringert.
Die Regeln sehen vor, Mindestarbeitszeiten und -löhne einzuhalten. So müssen für die Herstellung eines Schaftes von Damenschuhen mindestens 16 Minuten kalkuliert werden. Der Mindestlohn pro Minute muss mindestens 27 Cents betragen. Sollte eine Firma dagegen verstoßen, wird sie von einem Kontrollkomitee der Finanzpolizei bzw. dem Arbeitsinspektorat gemeldet.
Zum Hintergrund: Immer mehr chinesische Unternehmen haben konkursreife italienische Schuhfirmen aufgekauft, die italienischen Arbeiter entlassen und chinesische Arbeitskräfte importiert. 72 chinesische Kleinunternehmen fertigen hier mit ihren Landsleuten Schuhteile. „Auch die Chinesen müssen sich an Regeln halten” begründet der Präsident des Unternehmerverbandes Confindustria Venezia, Luigi Brugnaro die Maßnahmen. Ähnliche Maßnahmen hat der Verband kürzlich für Süditalien erlassen: Um das organisierte Verbrechen zu bekämpfen, werden Firmen, die „Schutzgeld“ zahlen, angezeigt. 05/10
Dr. Thesy Kness Bastaroli