Aktuelle Ausgabe

Ausgabe 03/12

Cover der Ausgabe Ausgabe 03/12

Zum Inhaltsverzeichnis

Editorial | Archiv

Schuhmarkt abonnieren

Anmeldung


Passwort vergessen?

Noch keine Zugangsdaten?

  • 10.09.2009 | Organisationen

    Biozid-Workshop gegen Schimmel

    V.l.): Heiner Witte (Hansecontrol), Daniel Reichle (Rieker), Andreas Tepest (Deichmann), Andreas Burmeister (Wortmann), Elisabeth Haffer (Hansecontrol), Petra Fausten (C&A). V.l.): Heiner Witte (Hansecontrol), Daniel Reichle (Rieker), Andreas Tepest (Deichmann), Andreas Burmeister (Wortmann), Elisabeth Haffer (Hansecontrol), Petra Fausten (C&A).

    Am 20. August fand beim Prüfinstitut Hansecontrol in Hamburg ein Workshop zum Thema „Einsatz von Bioziden zur Schimmelvermeidung an Schuhen und Lederwaren“ statt. Resultat des Meetings ist ein Vier-Punkte-Maßnahmenpaket, das für Hersteller, Händler und Importeure eine wichtige Entscheidungshilfe darstellt.

    Die Problematik: Lederwaren aus Fernost werden besonders in den dortigen Regenzeiten oft noch feucht verpackt und sind auf dem Transport nach Europa von Schimmelbildung bedroht. Schimmel kann neben dem wirtschaftlichen Schaden bei den beteiligten Firmen vor allem zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen beim Kunden führen. Neben Trockenmitteln, die durch Reduktion der Feuchte in der Verpackung Schimmel vermeiden sollen, werden in Fernost zunehmend Biozide zu diesem Zweck eingesetzt.
    Die Anfang des Jahres aufgetretenen schweren gesundheitlichen Schädigungen von Kunden durch das zur Schimmelvermeidung eingesetzte Biozid Dimethylfumarat haben mit Wirkung zum 1. Mai 2009 zu einem EU-weiten Verbot dieser Substanz geführt. Seither stellt sich die dringende Frage nach wirksamen, rechtlich zulässigen und gleichzeitig gesundheitsverträglichen Mitteln zur Schimmelvermeidung.
    Auf Einladung von Hansecontrol kamen führende Unternehmen aus dem Schuh- und Lederwarenhandel sowie Importeure und Hersteller zu einem Erfahrungsaustausch nach Hamburg. Nach Vorträgen von Heiner Witte (Hansecontrol) zur rechtlichen Situation und zu gebräuchlichen Biozidprodukten aus Fernost sowie Ausführungen von Michaela Würtz vom Prüf- und Forschungsinstitut Pirmasens e.V. (PFI) zur Schimmelbildung und -vermeidung gingen die Teilnehmer unter Leitung von Dr. Siegfried Schwarzer (Hansecontrol) zur Diskussion über. Als Resultat wurde ein vierstufiges Vorgehen beschlossen, um den deutschen Schuhhandel, Hersteller und Schuhimporteure rechtlich abzusichern und die Kunden der Firmen keinen Gefährdungen durch Biozidprodukte auszusetzen:
    1. Alle in den Fernost-Produktionsländern eingesetzten Produkte zur Schimmelvermeidung werden bei den Lederwaren produzierenden, importierenden und damit handelnden Unternehmen ermittelt.
    2. Die Hersteller dieser Anti-Schimmel-Produkte müssen ihre Wirksamkeit durch eine standardisierte Prüfung beim PFI nachweisen.
    3. Durch Bestätigung einer amtlichen deutschen Stelle müssen diese Produkte dann zusätzlich ihre Verkehrsfähigkeit nachweisen.
    4. Die Hersteller derjenigen Produkte, die beide Forderungen nach Wirksamkeit und Verkehrsfähigkeit erfüllen, werden bei den beteiligten Firmen als zugelassene Lieferanten gelistet. Andere Produkte bzw. Lieferanten werden nicht mehr akzeptiert.
    Dieser Vier-Stufen-Plan wird im Rahmen der Gemeinschaftsinitiative „Cooperation for Avoiding Toxic Substances in Shoes (CATS)“ gemeinsam fortgeführt und soll bis Frühjahr 2010 abgeschlossen werden.  19/09

    Peter Skop

  • Kommentar schreiben