Finanzkrise und Diversifikation bringen Mariella Burani zum Sturz. Die Akquisitionspolitik trägt zur Schieflage bei.
Die Mariella Burani Fashion Group (MBFG) ist seit Anfang September vom Mailänder Börsenhandel ausgesetzt. Grund dafür sind die finanziellen Schwierigkeiten des Modehauses. Laut Börsenkreisen sei eine Wiederaufnahme der MBFG-Titel zum Aktienhandel erst dann möglich, wenn die geplante Kapitalaufstockung erfolgreich abgeschlossen sei. MBFG hat auch bei den Gläubigerbanken die Umstrukturierung ihrer Schulden beantragt.
Die Gruppe mit einem Umsatz von 750 Mio. Euro ist auch infolge ihrer massiven Akquisitionspolitik der vergangenen Jahre (40 Zukäufe seit dem Jahr 2000) in Schieflage geraten und sitzt derzeit auf einen Schuldenberg von knapp 480 Mio. Euro. Nun sollen nicht strategische Beteiligungen, etwa das Schmuckgeschäft, abgestoßen werden. Im ersten Halbjahr erzielte das Unternehmen aus der mittelitalienischen Stadt Reggio Emilia einen Verlust von 142 Mio. Euro.
Grüne Energien im Fokus
Unter anderem hat die auf „erschwinglichen Luxus“ konzentrierte MBFG-Gruppe die ebenfalls börsennotierte Tochtergesellschaft Antichi Pellettieri gegründet. Durch Zukäufe wie etwa Coccinelle oder Mandarina Duck entstand Italiens größter Lederwarenkonzern. Wie ein Unternehmenssprecher erklärte, sollen zukünftig die Energien auf das Mode- und Lederwarengeschäft konzentriert werden. MBFG ist in den letzten Jahren auch in den grünen Energiesektor, bei Diätnahrungsmitteln und sogar in den Finanzsektor eingestiegen.
Laut Mailänder Analysten habe sich das inzwischen ausgewechselte MBFG-Management „übernommen“. Die internationale Krise habe das Fass zum Überlaufen gebracht. Die Beteiligung an Antichi Pellettieri wurde in der Halbjahresbilanz abgewertet und hat somit ordentlich zum Verlust beigetragen. MBFG galt einst als Symbol für den Erfolg italienischer Modefirmen.
20/09
Thesy Kness Bastaroli