Als Reaktion auf den Greenpeace-Report „Slaughtering the Amazon“ hat der brasilianische Gerberverband (CICB) nun ein Siegel angekündigt. Der Präsident des CICB, Luiz Bittencourt, erklärte, auch die brasilianischen Gerber seien besorgt um Umwelt und Nachhaltigkeit.
Greenpeace hatte dem Ledersektor vorgeworfen, zu den Hauptakteuren der Vernichtung des Amazonas-Regenwaldes zu gehören.
In dem auf der Webseite des Gerberverbandes veröffentlichtne Dokument erklärt Luiz Bittencourt, der auch Vizepräsident des Internationalen Gerberrates ist, dass man an der Einführung eines Umweltsiegels für die brasilianische Gerbereiindustrie ist. „Das neue Siegel wird Lederproduzenten verliehen, die sicherstellen, dass ihre Produkte sozial und umweltgerecht produziert sind, sowohl für den heimischen als auch den internationalen Markt“, so Bittencourt.
Bittencourt beleuchtete in dem Dokument auch die große Bedeutung des brasilianischen Ledersektors, der einen Marktanteil von etwa zwölf Prozent hat. Der Beitrag zur Handelsbilanz beträgt etwa sieben Prozent. Die brasilianische Lederindustrie sei eine der fortgeschrittensten der Welt.
2008 exportierte Brasilien nach CICB-Angaben Leder im Wert von nahezu 1,88 Mrd. US-Dollar, rund 14 Prozent weniger als noch im Jahr 2007. Hauptabnehmer sind China und Hong Kong mit zusammen 31,5 Prozent Anteil (Wert: 592,8 Mio. US-Dollar), gefolgt von Italien (27,2 %) und den Vereinigten Staaten (9,13 %). Am stärksten war von Januar bis Dezember 2008 die Ausfuhr nach Vietnam gestiegen (+66%). Der Ausfuhrwert erreicht dort 89 Mio. US-Dollar. Nach Deutschland wurden Waren im Wert von 39,7 Mio. US-Dollar exportiert.
Insgesamt bewegt die brasilianische Lederindustrie rund 3,5 Mrd. US-Dollar und beschäftigt etwa 50000 Menschen.
Peter Skop