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Ausgabe 03/12

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  • 07.05.2009 | Lieferanten

    Gabor entlässt in Spittal 240 Leute

    Das österreichische Zweigwerk der Gabor AG in Spittal wird um 240 Mitarbeiter reduziert. Auslandsmärkte Russland und Großbritannien gehen stark zurück.

    Als Konsequenz aus der zurückgehenden Nachfrage nach Schuhen reduzieren die Rosenheimer ihre Produktionskapazität im Kärntener Werk. Die Serienfertigung dort wird eingestellt, teilt Gabor mit. Der Rest der ursprünglichen Belegschaft wird nach wie vor für die Musterfertigung und im Kompetenzzentrum, das Aufgaben für die anderen Standorte unter einem Dach bündelt, gebraucht. Insgesamt arbeiteten zuletzt 404 Mitarbeiter in Spittal.
    Achim Gabor, Vorstandsvorsitzender der Muttergesellschaft, teilte diese unangenehme Tatsache den Betriebsräten mit. Im Anschluss kam es zu einer außerordentlichen Betriebsversammlung, auf der die Mitarbeiter informiert wurden.
    Mit diesem Beschluss reagiert Gabor auf die momentane Wirtschaftskrise. Sie führe dazu, dass auf breiter Front, vor allem aus dem Ausland, die Bestellungen zurückgingen. Insbesondere in den wichtigsten Exportmärkten Russland und Großbritannien gehe das Geschäft spürbar zurück. Rund die Hälfte der Gabor-Produktion geht ins Ausland.
    Aber auch in den Kernmärkten Deutschland und Österreich mache sich die abflauende Konjunktur deutlich bemerkbar. Es würden verstärkt Billigschuhe nachgefragt, die aus Ostasien importiert werden. Von Gabor gewohnte Qualitäten stünden unter hohem Preisdruck. Staatliche Eingriffe wie die Abwrackprämie für Autos führten dem Unternehmen zufolge zu einer zusätzlichen Verschärfung der Krise für Einzelhandel und Schuhbranche, da sie Kaufkraft umlenkten.
    Die Kapazitätsreduzierung, so Achim Gabor weiter, bedeute einen sehr schmerzlichen Entschluss, der aber zwingend notwendig sei, um die Zukunft des Unternehmens zu sichern.
    In Spittal wurden vornehmlich höherwertige Schuhe und Galanterie produziert. Insbesondere letztere ist derzeit offensichtlich weniger gefragt. Die Tagesproduktion betrug rund 4500 Paar.
    Die Kündigungen werden mit dem Auslaufen der aktuellen Produktion Ende August wirksam sein. Für die von der Freistellung betroffenen Mitarbeiter werden zusammen mit dem Betriebsrat sozialverträgliche Lösungen angestrebt.
    Insgesamt beschäftigt Gabor nach wie vor über 3000 Menschen in Europa. Mindestens 90 Prozent der Produktion stammen aus eigenen Werken.
    Das Unternehmen sei grundsolide und finanziere sich ohne Fremdkapital.  10/09

    Peter Skop

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