Nun hat es also – zumindest – Teile der Schuhindustrie erwischt. In einer Presseaussendung wirft Greenpeace namentlich genannten Firmen vor, von der Abholzung des Regenwaldes im brasilianischen Amazonasgebiet zu profitieren. Es trifft Firmen, die versuchen, eine saubere Weste bezüglich Umwelt- oder Sozialfaktoren zu erlangen oder zu bewahren. Die genannten Firmen hat SchuhMarkt um eine Stellungnahme gebeten. Bis zum Redaktionsschluss haben nur Adidas und Nike reagiert. Adidas ist noch ins Heft gelangt, Nike sagt im Moment nur, dass man nichts sagen will, aber als Mitglied der Leather Working Group (LWG) Greenpeace zum nächsten Treffen der Gruppe eingeladen hat.
Man spürt, dass die Firmen die Vorwürfe ernst nehmen. Und das ist gut so. Denn die PR-Profis von Greenpeace haben den Hebel bei uns an der richtigen Stelle angesetzt, um Öffentlichkeit für sich zu gewinnen. Liest man den ausführlichen Report, wird klar, dass längst nicht nur einige Leder verarbeitende Firmen Produkte beziehen, die aus der Rinderzucht im Regenwald herrühren. Auch Lebensmittler, die sich ethisches Handeln auf die Fahne geschrieben haben, gehören zum Empfängerkreis.
Es helfen keine Ausflüchte. Genauso, wie eine Frau nicht ein bisschen schwanger sein kann, verhält es sich mit der Produktverantwortung. Entweder jemand sagt: „Es ist mir egal, wo meine Vorprodukte herkommen“, oder er sagt: „Ich will an illegalen Aktionen und der Zerstörung der Lebensgrundlagen nicht beteiligt sein.“ Dazwischen geht nicht. Die Stellungnahme ist notwendig. 13/09
Peter Skop, Chefredakteur