An diesem Wochenende ist ein Airbus der Air France zwischen Südamerika und Afrika im Atlantik verschwunden. Für 228 Menschen besteht so gut wie keine Hoffnung mehr. Nachrichten dieser Art schocken uns regelmäßig. So viel Leid auf einen Schlag. Annähernd soviele Menschen, 222 sind im vergangenen Jahr bei Unfällen in Brandenburg ums Leben gekommen. Eine Nachricht, die – wenn auch nicht teilnahmslos – doch wesentlich gefasster aufgenommen wird. Große Zahlen üben eine Magie aus, der wir uns kaum entziehen können. Das gilt auch für die Politik, die im Augenblick von allen Seiten aufgefordert wird, Steuergeschenke zu verteilen. Im Grunde ist kaum einzusehen, warum der Steuerzahler für die Automobilbranche zahlen soll und warum nicht auch für Kühlschränke oder Fahrräder.
Hat die vereinbarte Rettung von Opel nun die Büchse der Pandora geöffnet? Ist Arcandor ein Opfer der Finanzkrise, das nur eine kurzfristige Hilfe zum Überleben braucht, oder stecken tiefergreifende Probleme dahinter?
Gerade der Mittelstand schaut zu Recht mit großem Mißtrauen auf die Politik, die sich von der Magie der großen Zahl immer wieder beeindrucken lässt. Kleinere Händler, speziell auch der Schuhhandel erleben seit Jahren ein Abschmelzen der Unternehmen. In der Summe kommen hier auch erkleckliche Zahlen zusammen. Aber sie fallen eben nicht so auf. 12/09
Peter Skop, Chefredakteur