Ich bin immer wieder überrascht über die Phantasie und den Service-Grad der Schuhhändler. In unserem Furnituren-Special stellen wir Ihnen die Familie Sax vor, die einen kostenlosen Pflegeservice für Schuhe anbietet. Zwei Jahre lang! Man könnte vermuten, dass der Furniturenumsatz in diesem Geschäft nicht der Rede wert sei. Aber nein, rund fünf Prozent des Umsatzes wird mit den Zusatzartikeln erwirtschaftet. Chapeau!
Wenn also mal wieder jemand von der Servicewüste Deutschland sprechen sollte, fragen Sie ihn, wen er meint: die Post vielleicht, die Briefe nicht zustellt, obwohl der Adressat ewig lange an der gleichen Adresse wohnt; oder so mancher Telefonanbieter, der seine Kunden wochenlang ohne Anschluss lässt? Aber unser Schuhhandel ist viel besser und kümmert sich um seine Kunden. Ausnahmen mögen die Regel bestätigen.
Das Beispiel zeigt aber auch, dass es wohl möglich ist, Kunden für ein Thema zu sensibilisieren und trotz eines solch hervorragenden Services noch gute Geschäfte mit Pflegemitteln zu machen. Bei unserer Umfrage unter den Lieferanten kam zum Beispiel heraus, dass wohl noch längst nicht allen Verbraucherinnen klar ist, wie nützlich Schaftformer für Stiefel sind. Und das bei dem Stiefelhype der vergangenen Jahre!
Auch Wellnessprodukte könnten möglicherweise noch stärker an Mann und Frau gebracht werden. Denn der Schuh ist ja nur ein – wenn auch extrem wichtiger – Teil des ganzen Fuß-Mensch-Wohlfühl-Systems. Anregungen dazu gibt’s in diesem Heft. 10/09
Peter Skop, Chefredakteur