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Editorial

Ausgabe 09/09

Die Kauflust hat nur geschlafen

Alle Ampeln auf Grün für die Lust auf Schuhe. Selten haben wir das Vergnügen, unsere Icons zur Beurteilung der Lage in den einzelnen Regionen so einheitlich auf Grün zu stellen. Mit dem Wetterumschwung hin zu sommerlichen Temperaturen ist die Kauflust bei den Verbrauchern wahrlich explodiert. Auch in unserem Nachbarland Österreich freuen sich die Schuhhändler über grandiose erste Aprilwochen, die nachholen, was in den ersten drei Monaten versäumt wurde.
Die Befürchtungen, die ganz besonders in dem Flautemonat Februar aufkamen, die Zurückhaltung der Verbraucher könnte schon ein Zeichen der Krise sein, hat sich nicht bestätigt. Die Kauflust hat nur geschlafen, beziehungsweise war bei den tiefen Temperaturen des schier endlosen Winters nur eingefroren. Interessant bei unseren Recherchen zum österreichischen Marktgeschehen war, dass auch dort der Drang nach Neuem, verbunden mit einer ausgeprägten Farbigkeit vorhanden war. Dies bestätigt all jene, die immer wieder betonen, dass der Verbraucher mit neuer Ware aus der Reserve gelockt werden kann. Die Schaufenster signalisieren wie das Wetter: Eine neue Zeit ist angebrochen. Aus dem Handel kommen nun auch erste Nachorderwünsche an die Schuhlieferanten, die somit auch aufatmen dürften.
Dies lässt für Herbst/Winter hoffen, denn die Vororder dafür war von Vorsicht geprägt. Hoffentlich nicht zu vorsichtig, möchte man mit Josef Lorenz von der Shoe Fashion Group meinen. Denn auch für die nächste Saison wird wieder gelten: Neues lockt die Kunden. Bisher spricht nicht viel dafür, dass unsere Branche zu den Verlierern der Krise gehören wird, denn Schuhe gehören nun mal zu den kleinen Freuden des Alltags, die man sich gönnt, wenn größere Anschaffungen aufgeschoben werden.
Was beim Blick auf Österreich ebenfalls beeindruckend war, war die Zuversicht, mit der die Schuhindustrie- und vor allem auch die Schuhhandelsgesprächspartner an die Zukunft herangehen. Da wird in Läden investiert, Personal soll verstärkt geschult werden, Sortimente werden immer wieder verändert. Österreich hat starke Filialisten, doch der mittelständische Schuhhandel muss sich vor ihnen nicht verstecken.   9/09

Peter Skop, Chefredakteur


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