Beim Einkaufsbummel, der die großen Textil- und Warenhäuser einschließt, kommt man kaum noch daran vorbei: Markenshops wohin man auch sieht. Und es handelt sich zumeist um die gleichen erfolgreichen Marken, die einem an verschiedenen Orten begegnen. Damit ist aber auch eine Gefahr fast schon formuliert, nämlich dass die flächendeckende Ausbreitung der Monomarken-Konzepte zu einer gewissen Monotonie führen kann. Andererseits investieren die Marken erhebliche Mittel, um ihr Image, ihre Bekanntheit und ihre Attraktivität zu steigern. Dies zu nutzen ist für den Handel vernünftig. Auch im Schuhhandel spielen Marken eine zunehmend wichtige Rolle. Auch hier breiten sich die Flächenkonzepte aus. Die Gefahr der Monotonie ist die gleiche wie im Textilhandel. Dennoch scheinen die Chancen zu überwiegen. Gerade auch die Vorarbeit der Bekleidungsmarken hat bewirkt, dass der Verbraucher mit der Shop- oder Store-Präsentation wohl vertraut ist. Mit der notwendigen Vor- und Umsicht wird auch der Schuhhandel von den starken Marken profitieren. In der Regel zahlt sich dies für den Händler aus, indem er seine Ware eben nicht verschleudern muss. Welches Konzept für ihn das richtige ist, muss individuell entschieden werden. Es gibt eine große Vielfalt an Konzepten – von der Corner bis zum strikten Franchise-Store. Wichtig scheint der Hinweis, das Heft des Handelns selbst in der Hand zu behalten. Diese Maxime gilt selbst für die Entscheidung, Verantwortung abzugeben. Denn längst sind auch Teile der Schuhindustrie in der Lage und Willens, Flächen selbst zu bewirtschaften. „Wer loslässt, hat plötzlich zwei Hände frei“, sagte Ralph Hanus von Sabu. Will heißen: Vielleicht kann sich der Händler bei Abgabe von Verantwortung für Teilbereiche Dingen widmen, die er sonst vernachlässigen würde. Peter Skop
Peter Skop, Chefredakteur