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Editorial

Ausgabe 16/12

Die Zeit wird‘s schon richten

Zeit ist Geld, manchem läuft die Zeit davon, und wiederum andere erkennen die Zeichen der Zeit. In jedem Fall haben die meisten von uns stets zu wenig davon: Einkäufer, die in kürzester Zeit über unzählige Messen hasten, Messeveranstalter, die sich um die frühesten Termine balgen, und auch wir von der Presse, die wir unsere Ausgaben thematisch an den Messen orientieren.
Als Messeveranstalter bleibt nur im Sattel, wer in Bewegung bleibt und sich immer wieder hinterfragt. Man mag über Messechef Karl-Heinz Müller sagen was man will, wenn er zum wiederholten Male seine Bread & Butter als den Motor des Berliner Modetreibens darstellt und alle anderen Veranstaltungen in einer nabelschnurähnlichen Abhängigkeit.
Doch was kaum einer wie er praktiziert, ist zu handeln, zu verändern, der First Mover zu sein. Kurzerhand lässt er seine Messe ab Januar einen Tag vor dem übrigen Spektakel beginnen. Dadurch bleibt der Blick der Modebranche einen vollen Tag unverstellt und konkurrenzfrei auf den Tempelhof gerichtet. Dies ist auch bitter nötig, grätscht doch die Pariser Who‘s next/Premiere Classe mit ihrer Vorverlegung um einen Monat der B&B in die Beine! 
Auch die Bright wählt die Flucht nach vorn. Nach nur drei Jahren folgen die Macher den bisher leisen Stimmen, die einen Umzug befürworten. Statt noch länger sklavisch an einer Location wie dem alten Stasi-Hauptquartier festzuhalten, nur um eine ungewöhnliche Off-Location im Osten zu bespielen, verringert die Bright ihren Wunschbesuchern die Marschzeit zwischen den Messen: Sie zieht ins Herz der Stadt.
‚Die Zeit wird‘s schon richten‘ ist eine Einstellung, die im harten Wettbewerb kaum noch Daseinsberechtigung hat. Das einzige, was sie richten wird, ist über die Anzahl der verbleibenden Akteure. Nur, wer die Zeit für sich und andere optimiert, dem werden die Besucher weiterhin ihre Zeit schenken.  16/12

Swantje Francke, Redakteurin


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