Schon lange nicht mehr hat eine Kampagne des Deutschen Schuhinstituts (DSI) eine solche Medienresonanz gefunden. Schon zur Auftaktveranstaltung der „Initiative passender Schuh“ waren jede Menge Print-, Hörfunk- und Fernsehpresseleute angereist. Die Berichterstattung war häufig an prominente Stellen wie Titelseiten oder beste Sendezeiten gelegt worden. Das ist überaus erfreulich und war selbst für die Veranstalter in diesem Ausmaß überraschend. Offensichtlich kam die gut vorbereitete Initiative zur richtigen Zeit.
Gut vorbereitet ist die Initiative in zweierlei Hinsicht: Die Studie des PFI unter Führung von Dr. Monika Richter hat Erstaunliches und Merkwürdiges gleichzeitig zutage gebracht: Rund 82 Prozent der Deutschen tragen unpassende Schuhe. Und nicht nur, wie häufig angenommen wird, sind zu kleine beziehungsweise zu enge Schuhe das Problem, sondern sehr oft tragen die Leute auch zu große Schuhe – auch das schädigt die Füße.
Sowohl für Industrie als auch für den Schuhfachhandel müssten die Analysen Konsequenzen haben. Die Schuhhersteller müssen ein möglichst großes Weitenangebot bereit stellen, denn dies ist das größte Problem für die Verbraucher beim Schuhkauf. Um allen Menschen in Deutschland passende Schuhe anbieten zu können, müssten laut Monika Richter 17 Weiten angeboten werden – das ist natürlich völlig unrealistisch. Wohin damit ? Auf der anderen Seite ist es die originäre Aufgabe des Fachhandels, die Kunden gut zu beraten. Das geht nur mit aufgeklärtem und geschultem Personal. Den Fachhandel sollte es allerdings beunruhigen, wenn Online-Versender Mirapodo aus Überzeugung Partner dieser Initiative ist und mit seinem Größen-Check auf die Bedürfnisse der Kunden eingeht.
Peter Skop, Chefredakteur