Nun haben sich also die schon seit längerem umgehenden Gerüchte bestätigt: ANWR hat die Mehrheit der Garant übernommen. Das Hauptaugenmerk richtet die gemeinsame Presseerklärung der beiden Gruppen auf den internationalen Aspekt. Im Ausland war Garant zuletzt wesentlich stärker aufgestellt als hierzulande. Hier kann die ANWR auf Know how des neuen Partners zugreifen. Aber besonders in Deutschland wird sich zeigen müssen, wie das Miteinander beziehungsweise Nebeneinander der Gruppen funktioniert. Auf der gemeinsamen Pressekonferenz in Frankfurt wurde der eigenständige Auftritt der Gruppen – anwr Schuh, Garant und Rexor betont. „Es geht nicht um Vermischung“, erklärte ANWR-Vorstandsvorsitzender Günter Althaus. Ziel sei die Profilierung durch Leistungen in den einzelnen Segmenten, so Robert Natter, Vorstand Garant. Man wolle auch die Betreuung der kleineren Händler ausbauen, hob Althaus hervor.
Selbst die Lieferanten bekommen beruhigende Worte, weil man wohl spürt, dass von deren Seite der Zuwachs an Marktmacht befürchtet werden könnte. Die Frage, ob nun die Verhandlungsmacht für noch bessere Konditionen eingesetzt wird, beantwortete Althaus mit dem Hinweis: „Das verkennt die Anforderungen an eine moderne Verbundgruppe. Wir sind doch kein Rabattsammelverein“.
Jenseits der Partnerschaftsbeteuerungen ist aber auch richtig, dass – mit dem Besitz von über 80 Prozent der Stammaktien – die ANWR über das Tochterunternehmen Garant bestimmt. Garanthändler, die mehr Einfluss wollen, als der, den sie als Kunden haben, müssen nun selbst ANWR-Genossen werden. 10/10
Peter Skop, Chefredakteur