Gegenwärtig hängen wir an den Lippen der Wirtschaftspropheten, Statistiker und Börsenanalysten. Jede kleine Aufwärtsbewegung – die Zahl der Arbeitslosen ausgenommen – wird als Zeichen einer beginnenden Erholung gewertet. Und tatsächlich ist ein leichter Wiederanstieg von Produktion und Export durchaus ermutigend, weil damit die Hoffnung verbunden ist, dass die Arbeitslosigkeit, und damit der Kaufkraftschwund, nicht zulegen wird.
Auch wenn es nicht gerne offen ausgedrückt wird: Kaum ein Hersteller dürfte von der gegenwärtigen Krise unbeeinflusst sein. Vor allem die Exporte gehen zurück und drücken die Ergebnisse. Von den Großen der Branche sind längst nicht mehr die überschwänglichen Erfolgsmeldungen zu vernehmen. Geox zum Beispiel, erfolgsverwöhnt seit Jahren, verzeichnet zwar immer noch Wachstum beim Umsatz und fährt auch Gewinn ein, doch beides fällt etwas bescheidener aus. Die Prognose ist eher vorsichtig. Andere, wie Timberland oder Crocs, melden in ihren Quartalsberichten Umsätze unter dem Vorjahresniveau.
Deutschland ist keine Insel der Glückseligen, doch die Einbrüche hier halten sich offensichtlich in Grenzen, wie unsere Umfrage unter den Komfort-Anbietern zeigte. Das Geschäft wird nur unberechenbarer. Der Schuhhandel vergibt seine Erstorders vorsichtiger und zieht eher Ware nach. Wer unter den Lieferanten für dieses Geschäft gut aufgestellt ist, kann im Saldo dann doch eine gute Saison beziehungsweise ein gutes Geschäftsjahr verbuchen.
Eines hat die Sommersaison gezeigt: Die Deutschen kaufen immer noch gern Schuhe, wenn auch im Schnitt etwas preiswertere. 17/09
Peter Skop, Chefredakteur